Erfolgreiches Stimmtraining für Menschen im trans* Spektrum. Worauf du achten solltest!

Du kannst dich nicht mit deiner Stimme identifizieren, weil sie sich nicht nach dir und deinem wahren Selbst anhört. Am Telefon wirst du manchmal nicht mit dem Geschlecht gelesen, was dir entspricht. Der Klang deiner Stimme führt gelegentlich zu irritierten Blicken, weil er nicht zu deinem von außen gelesenen Geschlecht passt.

Vielleicht kommen dir diese oder andere Situationen bekannt vor. Wenn du dadurch eine psychische Belastung empfindest, spricht man von einer Stimmdysphorie. Dies kann bei allen Personen im trans* Spektrum vorkommen. Daran kann man etwas ändern.

Ein gezieltes trans* Stimmtraining kann erstaunlich viel bewirken. Dein*e Stimmtherapeut*in kann dir helfen, einen authentischen und individuellen Stimmklang zu finden, mit dem du dich wohler fühlst. Dies wirkt sich positiv auf deine mentale Gesundheit aus und kann auch ein wichtiger Schritt für deine Identitätsentwicklung sein. Jeder Mensch hat das Recht darauf, mit der Stimme zu sprechen, die der eigenen Identität entspricht.

Ein Stimmtraining ist für alle möglich. Dabei lernst du die verschiedenen Stimmmodalitäten kennen, mit denen du deinen eigenen Stimmklang variieren kannst. Hierbei gibt es keinen cis-zentrischen Fokus, der Stereotype bedient, wie eine „männliche“ oder „weibliche“ Stimme klingen „sollte“. Deine individuellen Wünsche und Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt unserer gemeinsamen Arbeit.

Diese Stimmmodalitäten gibt es:

  • Mit der bewussten Veränderung der Kehlkopfposition kannst du die Tonhöhe deiner Stimme variieren
  • Deine Resonanzräume insbesondere Mund-, Nasenhöhlen und Rachenraum bestimmen die Klangformung deiner Stimme
  • Auf Stimmbandebene lässt sich dein Stimmklang sanfterer oder härterer gestalten
  • Das Volumen deiner Stimme verändert sich durch das Zusammenspiel von Ausatemstrom und Spannungszustand der Stimmlippen
  • Auch durch deine Artikulation und dein Sprechtempo kannst du maßgeblich beeinflussen, wie du auf Außenstehende wirkst

Die dauerhafte Variation der Stimmmodalitäten erlernst du am sichersten unter professioneller Anleitung, um Verletzungen oder Muskelverspannungen zu vermeiden. Sehr wichtig hierbei ist zudem das Üben spezieller Atemtechniken. Du lernst zudem Methoden zur Stimmhygiene und Aufwärmung gegen Stimmermüdung.

Wer bezahlt dein Stimmtraining?

Damit die Krankenkasse die Kosten für dein Stimmtraining übernimmt, benötigst du eine Verordnung für Stimmtherapie von einem*einer Ärzt*in. Dies kann dein*e Hausärzt*in oder ein*e HNO-Ärzt*tin sein.